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Bangkirai Lexikon
Verlegung
Die Fuge
Eine wesentliche Frage bei der Verlegung ist die Frage nach der Breite der Fuge. Diese hängt insbesondere von dem Feuchtegehalt
der Dielen ab. Dazu muss man wissen, dass die Holzfeuchte im Gebrauchszustand zwischen den Jahreszeiten
erheblich schwankt. In den Anwendungsempfehlungen wird angegeben:
- ab 10% bei Trockenperioden im Sommer und
- bis 25-30% im Winter.
- eine mittlere Feuchte wäre demnach 16-18% und wird als Einbaufeuchte für die Terrassendielen empfohlen.
- Importhölzer werden jedoch häufig im Frischeinschnitt geliefert. Alternativ ist auch der Bezug, je nach Holzart, als
getrocknete Ware möglich (KD).
Die Fachregel gibt im Abschnitt 8.5.4 an:
- Sofern nichts anderes vereinbart wurde, muss die Fugenbreite zum Zeitpunkt des Einbaus mindestens 5 mm
betragen; eine maximale Fugenbreite von 10 mm darf nicht überschritten werden.
- Die Fugenbreite darf im Gebrauchszustand in einer zusammenhängenden Fläche um maximal 6 mm variieren.
- Längs- und Querstöße sind so auszubilden, dass der Höhenunterschied zwischen benachbarten Brettern im
Gebrauchszustand maximal 3 mm beträgt.
- Längsstöße von Belagbrettern müssen offen mit einer Fuge von mindestens 3 mm und maximal 10 mm ausgeführt werden.
Die Holzfeuchte sollte vor der Verlegung grundsätzlich ermittelt und daraus die notwendige Fugenbreite bestimmt werden.
Nachfolgend ein Vorschlag zur Ermittlung der Fugenbreite bei der Verlegung. Dazu wird benötigt:
- tang = Tangentiales Schwindmaß der gewählten Holzart [%/%]1).
- u = die gemessene Holzfeuchte der Dielen [%].
- b = die gemessene Dielenbreite [mm].
Als Zielfugenmaß wird angenommen die Breite von 8 mm bei 18% Holzfeuchte. Daraus folgt eine Verlegefuge von:
8 mm – [ ( u – 18%) x tang x b ] = Breite der Verlegefuge
1) Werte dazu siehe. „Kleine Holzartenkunde“.
Beispiel zur Berechnung der Fuge
Ein Dielenbelag aus Eiche soll verlegt werden. Nun soll errechnet werden, wie breit die Fugen zum Zeitpunkt der Verlegung
gewählt werden sollten. Hinweis: Dies ist unabhängig von dem Zeitpunkt der Verlegung (Jahreszeit).
- tang = 0,36 %/%1)
- u = 25% (gemessen)
- b = 130 mm (gemessen)
- Zielfugenmaß 8 mm bei 18% Holzfeuchte. 8 mm – [ ( 25% – 18%) x 0,36 %/% x 130 mm ] = ~5 mm = Breite der Verlegefuge
Die Dielen werden mit einem Achsmaß / Bundmaß von 135 mm verlegt. Wie verändert sich die Fuge bei dem Beispiel Dielenbelag
aus Eiche bei den unterschiedlichen Klimaverhältnissen?
Annahme: bei 18% Holzfeuchte hat die Diele eine Breite von ~127 mm
- längere Trockenperiode (Sommer) utr = 10%8 mm + [ ( 18% – 10%) x 0,36 %/% x 127 mm ] = ~11,5 mm = Fugenbreite im Trockenzustand. Das entspricht einer Dielenbreite von ca. 123,5 mm.
- Feuchtperiode (Winter) ufeu = 28 % 8 mm – [ ( 28% – 18%) x 0,36 %/% x 127 mm ] = ~3,5 mm = Fugenbreite im Feuchtzustand
Das entspricht einer Dielenbreite von ca. 131,5 mm.
Vereinfachte Fugenmaßberechnung
Einen Vorschlag zur überschlägigen Bemessung der Fugenbreite macht:
Eine in der Praxis bewährte Methode, die die momentane Holzfeuchte der Dielen zum Zeitpunkt der Verlegung berücksichtigt,
ist:
- Nennbreite der Diele (z.B. 145 mm)
- zuzüglich 4 mm Abstand
- ergibt 149 mm rechnerische Breite
- abzüglich Istbreite der vorgetrockneten Diele (z.B. 139 mm)
- ergibt 10 mm Abstand bei der Verlegung.
Die Nennmaße / Nennbreiten sind bei Laubholzdielen bezogen auf eine Messbezugsfeuchte im Fasersättigungsbereich, d.h.
die Dielen sind frisch maßhaltig. Technisch getrocknete Terrassendielen aus Nadelholz sind üblicherweise maßhaltig bei
20% Holzfeuchte.
Abstände und Dehnungsfugen zu anderen Bauwerken
- Zu allen angrenzenden Bauten ist ein ausreichender Abstand zu wählen. Der Abstand sollte mindestens 15 bis 20 mm betragen; dies erleichtert die Pflege der angrenzenden Fassade / des Mauerwerks und mindert die Spritzwassereinwirkung und Verschmutzung durch Hölzer, die zum Auswaschen neigen.
- Die Fuge darf nicht verfüllt werden.
- Die Fuge kann mit einer aufliegenden Leiste abgedeckt werden.
Jahrringlage
Terrassendielen werden häufig mit zwei unterschiedlichen Oberflächenprofilierungen angeboten: Riffeln und Nuten. Dazu gibt es das Merkmal der Jahrringlage:
- rechte Seite, oder dem Kern zugewandte Seite wird bei der Trocknung rund, konvex;
- linke Seite, oder dem Kern abgewandte Seite wird bei der Trocknung hohl, konkav.
Muss die Jahrringlage beachtet werden?
- Im industriellen Hobelprozess kann kein Einfluss genommen werden auf die Wahl der linken oder rechten Brettseite
als Sichtseite. Die Verteilung liegt somit bei 50 : 50. (...)
- Die Anordnung der Jahrringlage (rechte Seite – linke Seite) darf unbeachtet bleiben.
- Ob man die linke oder rechte Brettseite nach oben nimmt, dazu gibt es verschiedene Expertenmeinungen: Für die
rechte Brettseite nach oben spricht: Die rechte Seite bekommt weniger Risse, so können sich keine „Wassertaschen“
bilden. Das Brett ist im trockenen Zustand rund, bildet an der Oberfläche einen Buckel, das Wasser läuft ab,
keine überstehenden Stolperkanten an den Brettübergängen.
- Aber: Bei einigen Nadelhölzern können Ring- und Schilferrisse im marknahen Bereich zum Ablösen ganzer
Jahrringe mit entsprechender Verletzungs- oder Stolpergefahr führen. (...)
- Längs- und Querstöße sind so auszubilden, dass der Höhenunterschied zwischen benachbarten Brettern im Gebrauchszustand
maximal 3 mm beträgt. Daraus folgen Maßnahmen zur Verbesserung der Ebenheit des Dielenbelages.
Bei der Sortierung der Dielen während der Verlegung sollte beachtet werden:
- Werden Dielen in der Länge gestoßen, sollte einheitlich die linke oder rechte Seite oben gewählt werden.
- Es ist zu empfehlen, die nebeneinanderliegenden Dielen möglichst einheitlich mit der linken oder rechten Seite
nach oben zu wählen. Bei unterschiedlicher Profilierung der Belagsflächen wechselt somit die runde / hohle bzw.
konvexe / konkave Verformung in der gesamten Fläche nur hin und wieder.
Die Befestigung
- Bei tragenden Konstruktionen dürfen nur Befestigungsmittel mit allgemeiner bauaufsichtlichern Zulassung
verwendet werden (vgl. 2.1. „Bevor das Bauen beginnt“).
- Die Herstellerangaben zur Befestigung sind zu beachten.
- Bei profilierten Brettern wird zur Vermeidung von Feuchtigkeitsnestern empfohlen, die Verschraubung auf dem
Nutenberg vorzunehmen.
- Die Befestigung von Belägen aus Brettern und Bohlen mit der Unterkonstruktion muss mit Teilgewindeschrauben
erfolgen, Roste dürfen auch geklammert werden.
- Bei einer Befestigung mit Schrauben muss der Mindestdurchmesser 4,5 mm betragen. Die Einschraubtiefe im
Bauteil mit der Schraubenspitze muss mindestens 4 x d betragen. Die in den Fachregeln definierte Schraubenlänge
„4 x d“ erscheint unter Witterungseinflüssen erheblich zu kurz. Es ist fraglich, ob die Verwindungskräfte
durch Formänderung des Holzes aufgenommen werden können. Eine sicherere Aussage macht :
Tab. 6 Empfehlung für Schraubenquerschnitte und -längen zur sichtbaren Befestigung der
Terrassendielen von oben.
| Brettdicke (mm) |
Nenndurchmesser |
Länge 1) |
Mindestdicke der
Unterkonstruktion (mm) 2) |
Mindestabstand vom
Holzrand (mm) |
| bis 21 |
4,5 |
50 |
35 |
15 |
| bis 24 |
5,0 |
60 |
40 |
| bis 28 |
5,0 |
70 |
45 |
| bis 29 |
nach Bedarf |
1) Eine bis zu 5 mm dicke Zwischenlage ist berücksichtigt. Mindestdicke der Unterkonstruktion
2) Bezogen auf die Verschraubung.
- Die Schraubenlänge sollte die 2,5-fache Länge der Dicke der Terrassenbretter betragen. Bei schweren Laubhölzern
und Brettdicken ab 24 mm empfiehlt es sich, vorzubohren und Schrauben mit einem Mindestdurchmesser von
5 mm zu verwenden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Unterkonstruktion aus Laubholz besteht.
Konstruktionshinweis
Zwischenlage aus Kunststoffformteilen
- Belagbretter und -bohlen müssen ab einer Breite von 80 mm je Befestigungsstelle mit mindestens zwei Verbindungsmitteln angeschlossen werden.
- Bei breiten Brettern ergeben sich durch die Schwind- und Quellverformung erhebliche Verformungen in den Befestigungsschrauben. Dies kann zum Abriss insbesondere bei schweren Laubhölzern führen (Abb. 9, Nr.1). Diese Verformungen können je nach Holzart und Brettbreite 6 bis 8 mm betragen. Abhilfe schaffen Zwischenlagen (Abb. 9, Nr. 2 und Abb. 10). Verformungen können so von den Schrauben aufgenommen werden.
- Der Befestigungsabstand zum Brettende sollte mindestens 70 mm betragen. Zusätzlich die Schraubenlöcher mit 1 mm Übermaß vorbohren.
- Die Befestigung von Belägen und Bekleidungen ist oberflächenbündig herzustellen. Eine Versenkung der Befestigungsmittel ist bei oberflächenbeschichteten Bauteilen bis zu 1 mm, ansonsten bis zu 2 mm, zulässig. Geringfügiges Aufreißen der oberflächennahen Fasern ist zulässig.
- Zur Vermeidung von Holzverfärbungen und Verschmutzungen des Belags durch Korrosionsrückstände sind Verbindungsmittel aus nichtrostendem Material zu verwenden.
- Bei schweren Laubhölzern wird die Verwendung von V4A-Edelstahlschrauben empfohlen. Ebenso beim Kontakt von chlorhaltigem- sowie Meerwasser. Die Zwischenlage vermeidet den Abriss der Schrauben durch Verfomung, sowie eine Kapillarfuge zwischen Unterkonstruktion
und Dielenbelag. Eine Auffeuchtung wird erheblich reduziert.
Warum einen Hirnholzschutz?
Die Feuchteaufname und -abgabe erfolgt über das Hirnholzende des Holzes um ein Vielfaches schneller als über die
Seitenflächen. Daraus resultiert, dass im Trockenvorgang Querzugspannungen am Hirnholzende entstehen. Dies ist schon
der Fall, wenn Terrassendielen mit einer Holzfeuchte ab ca. 20% an trockenen Sommertagen eingebaut werden (bitte die
Hinweise auf Seite 13 „Befestigungsabstand zum Brettende“ beachten).
In dem Rechenbeispiel zur Fugenbreite (siehe oben) wird deutlich, wie beträchtlich die Schwind- und Quellverformungen
sind. Über die Jahreszeiten verändert sich in dem Rechenbeispiel die Breite der Eichendielen von 123,5 mm bis 131,5 mm.
Im Trockenvorgang erfolgt die Breitenänderung am Hirnholzende rascher. Risse entstehen.
Einen Ausweg bietet der Hirnholzschutz für Brettenden, die die Feuchteabgabe und -aufnahme stark reduzieren. In wird
als Hirnholzschutz die Verwendung von wasserfestem Leim empfohlen. Bei der industriellen Schnittholzproduktion werden
als Hirnendenschutz nach Dispersionsfarben und Paraffin eingesetzt.
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